Gewalt und Reformen (Hannah Arendt)

Aufgrund ihres instrumentellen Charakters sei die Rationalität von Gewalt lediglich dann gegeben, wenn mit ihr kurzfristige Ziele verfolgt werden.

Daraus ergebe sich, dass Gewalt ungeeignet sei, längerfristig zu verfolgenden Zwecken zu dienen, wie etwa Revolution oder Fortschritt.

Zu den geeigneten kurzfristigen Zielen gehören Dramatisierung spezifischer Probleme und damit Gewinn an öffentlicher Aufmerksamkeit, die widerum in der Lage seien, Reformen zu erzwingen.

An eine solche Darstellung anknüpfende Fragen wären:

  • Die Unterstellung der Relevanz von Rationalitätskriterien handelnder Subjekte erscheint zumindest fragwürdig.
    Wieso sollte Rationalität ein ausschlaggebendes Kriterium bei der Bewertung von Gewalt sein?
  • Ist die zunehmende Unterdrückung von Gewalt durch Kontrollmechanismen als eine Imunnisierung institutioneller Organisationen gegenüber Reformzwängen und damit eine Verhinderung von Innovations- und Adaptionsfähigkeit derselben zu werten?

In Vorbereitung auf den Twitter-Lektürezirkel zu Macht und Gewalt von Hannah Arendt, Sitzung am 13. März 2017 zu dem Abschnitt S. 78 bis 86

Gewalt und Reformen