Vertrauen und Vergemeinschaftung

<Vertrauen>Misstrauen

Vertrauen als Einheit der Differenz aus Vergesellschaftung und Vergemeinschaftung.
Das törichte am Begriff der nächsten Gesellschaft besteht darin, aus einer institutionellen Verortung heraus entstanden zu sein, der eine ex-post Gesellschaftsbeschreibung zur Ausgangslage nimmt (Luhmanns Gesellschaft der Gesellschaft) und auf dieser vorhandenen Grundlage versucht, eine neue Beschreibung für Entwicklungen zu finden, die diese ex-post Beschreibung selbst nicht beinhaltet.

Bei Verwendung des Begriffes einer nächsten Gesellschaft entsteht das selbe Problem, dem sich Soziologen wie Max Weber und Georg Simmel entziehen konnten, indem sie nicht versuchten eine Gesellschaftstheorie aufzustellen, die in ungünstige Tradition früherer Gesellschaftsbeschreibungen geraten wäre (Jean-Jacques Rousseau; Thomas Hobbes). Bei einer solchen Tradition verkommt die Gesellschaftsbeschreibung zu einem Erklärungsprinzip (vgl. Heinz von Förster), das beliebig ausgestaltet werden kann und somit resistent gegen jeden Einwand wird.

Mein Vorschlag wäre also eher, Vergesellschaftung im Unterschied zu Vergemeinschaftung zu beobachten.

Vergesellschaftung als Prozess der Entdeckung (=Verwendung) neuartiger Kommunikationsmedien (<One2One>Many2Many) im Unterschied zu den bekannten Kommunikationsmedien (<One2Many>Many2One)

Vergemeinschaftung als das noch nicht beobachtbare regelmäßige Gelingen von Vertrauen in Kommunikation zwischen Unbekannten unter Ausschluss klassischer Organisation (<One2Many>Many2One)

Beobachtete Lektüre:
„Vergemeinschaftung“ und „Vergesellschaftung“ bei Max Weber – Eine Rekonstruktion seines Sprachgebrauchs
Zeitschrift für Soziologie, Jg. 29, Heft 6, Dezember 2000, S. 423–443 LINK

Vertrauen und Vergemeinschaftung