Wissenschaft(s)-kommunikation

Nachfolgend erste Ansätze des Versuches einer Theoriebildung in Bezug auf die Beobachtung von Wissenschaft unter Bedingung von Computer (Wissenschaft ohne Organisationszwang). Die Notizen dienen der Vorbereitung für einen Podcast mit @bertrandterrier und entstammen insbesondere Überlegungen zu dem Aufsatz: „Was ist Kommunikation?“ von Niklas Luhmann (aus: Soziologische Aufklärung 6).

Wissenschaft zeichnet sich wie jede Kommunikation dadurch aus, soziale Kommunikation zu sein. Als solche ist sie vom Verstehen her zu denken.

Diese Beobachterperspektive ergibt sich aus dem Umstand, dass Kommunikation als Element jeder beobachtbaren Selbstreferenz beobachtet werden kann. Sofern Selbstreferenz beobachtet werden kann, wird ein System beobachtet. Sofern es sich bei Selbstreferenzen nicht um beobachtbare Kommunikation handelt, handelt es sich nicht um soziale Systeme. Es gibt also auch Systeme, deren Elemente der Selbstreferenz nicht als Kommunikationen beobachtbar sind, z.B. Psychen (Elemente: Gedanken).

Soziale Systeme zeichnen sich durch Strukturiertheit, Hochkomplexität, intransparente Eigendynamik und Unregulierbarkeit aus. Das bedeutet, dass niemals alle Bedingungen der Operationsweise und Funktionsweise eines autopoietischen Systems angegeben werden können. Für einen Fall, in dem diese Bedingungen angegeben werden könnten würde es sich lediglich um ein allopoietische System, im gegensatz zu einem autopoietischen System handeln, also ein System, das nicht in der Lage ist, sich aus eigenen Operationen heraus zu reproduzieren. Aus diesen Umständen ergibt sich die Gleichwertigkeit aller Möglichkeiten der Selbstbeobachtung sozialer Systeme. Eine objektive, gottgleiche Perspektive, die sich jenseits einer irgendwie gearteten Selbstverwicklung, also jenseits eines sozialen Verstehenszirkels befindet, kann es nicht geben, weil in jedem Moment der Kommunikation einer Beobachtung bereits eine Beobachterperspektive eingenommen wurde. Gleichzeitig ergibt sich aus den Eigenschaften sozialer Systeme, dass eine ausschließliche Verortung auf einer Beobachterperspektive 1. Ordnung mit einer Handlungsperspektive zusammenfallen würde, die sich gegen die Bedingung indifferent zu verhalten versuchen würde, dass Handeln in einem Netzwerk von Kommunikationen erzeugt wird.

Der Versuch des Übergangs auf eine Beobachterposition zweiter Ordnung, also die Beobachtung der Beobachtung von Wissenschaftskommunikation, erscheint vielversprechender um die Frage zu klären, wie Wissenschaft auch unter veränderten Bedingungen, nämlich der Bedingung des nicht mehr exklusiv institutionell verankerten Monopols auf Spezialkommunikationen gelingen kann.

Wissenschaftskommunikation